Gewinnung von Lignin aus einheimischen Hölzern

Projektträger
sema Coswig GmbH
Ziel und Inhalt
Die sema GmbH ist ein innovatives Unternehmen, welches seit Januar 2000 seinen Sitz in Coswig hat. Dabei steht sema für "sensitive Materialien", womit Stoffe gemeint sind, die auf äußere Einflüsse wie z.B. thermische, chemische, mechanische und / oder physikalische Einflüsse reagieren.
Mit Hilfe eigenen Know-hows und neuer Technologien soll die regionale Wettbewerbsfähigkeit gesteigert und gleichzeitig das natürliche und kulturelle Potenzial der Region besser genutzt werden. Lignin ist neben Zellulose und Hemizellulose wichtiger Bestandteil des Holzes und fällt in großen Mengen bei der Zellstoff-Gewinnung an. Lange Zeit galt Lignin als Abfallprodukt der Zellstoffherstellung, für das es keine Verwendungsmöglichkeiten gab. Bei der herkömmlichen Papierherstellung kommen für den Zelluloseaufschluss Schwefelverbindungen zum Einsatz. Das Lignin liegt hier allerdings als Lignin-Sulfon-Verbindung vor und kann für die Herstellung von UV-Absorbern nicht weiter verwendet werden.
Ziel des LEADER-Projektes war es, ein Verfahren zu entwickeln, mit dessen Hilfe Lignin aus heimischem Holz und Stroh aufgeschlossen werden kann, ohne Zusatz von Schwefelverbindungen. Aus Lignin werden aromatische Verbindungen gewonnen, welche Ausgangsstoffe für derzeit aus Erdöl hergestellte Produkte wie Farbstoffe, UV-Absorber oder Additive sind. Die Ausgangsstoffe liefern lokale Land- und Forstwirte. Die anfallenden Nebenprodukte des Aufschlussverfahrens sollen von verarbeitenden Unternehmen in der Region genutzt werden.
So trägt das Projekt nicht nur zur Umweltentlastung bei, indem zuvor aufwändig aus Erdöl hergestellte Produkte ersetzt und Transportwege verkürzt werden; es stärkt auch die regionalen Wirtschaftskreisläufe. Beim Aufschluss von Holz und Stroh entstehen Lignin, Hemizellulose und Zellulose in unterschied-icher Qualität und Quantität. Im Rahmen des Projektes waren folgende Teilaufgaben zu lösen:
  1. Auswahl der Rohstoffe (Testen verschiedener Holz- und Strohsorten zur optimalen Ligningewinnung)
  2. Ligninumsetzung in Aromaten
  3. Trennung der Aromaten mit dem Ziel reiner Grundstoffe
  4. Umsetzung dieser Aromaten in UV-Absorber
  5. Errichtung einer Pilotanlage im Jahr 2007

Dem Unternehmen ist es seit 2003 gelungen, verschiedene Produkte auf den Markt zu bringen, für das Lignin als Rohstoff verwendet wird. Das semaSORB-SOL z.B. ist ein spezieller UV-Schutz für Glasflaschen und findet in der Pharma- und Kosmetikindustrie Anwendung, wird aber auch für die Abfüllung von Gewürzen genutzt. Besonders hervorzuheben ist die UV-Folie semaSorb-FC 400, welche in Verbundglasscheiben eingebaut wird. Sie wurde z.B. bei der Restaurierung des Dresdner Schlosses, dem Grünen Gewölbe in Dresden und dem Oranienbaumer Schloss verwendet.
Kooperationspartner:

-Stadt Coswig -Land- und Forstwirtschaft -Baufirmen der Region

Finanzierung:
  • EAGLF 45.500,00 Euro
    Eigenmittel 99.799,00 Euro
    Kofinanzierung 9.980,00 Euro
Projektzeitraum:
  • April 2003 - Juli 2005
Adresse
    Ansprechpartner:
    Karin Rauch, Dr. Udo Dieckmann

    sema Gesellschaft für Innovationen mbH
    Industriestraße 12
    06869 Coswig/ Anhalt

Kontakt
    Telefon:
    03 49 03 / 3 04 64
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