Alte Schäferei Mosigkau

So ein Turm macht was her, lässt das Gebäude repräsentativer wirken, größer, wichtiger. Dachten sich die Mosigkauer, als sie ein paar Jahre nach dem Krieg ein Gehäuse für ihre kleine Verwaltung suchten und in der alten Schäferei fündig wurden, die wohl ein paar Jahre leer gestanden hatte. Also bauten die Mosigkauer ein Turm an das Haus, der zwar nur ein Türmchen wurde, aber immerhin.

Die Schäferei war 1742 errichtet worden, 10 Jahre bevor Luftlinie 100 Meter entfernt, der Bau des Schlosses begann. Im 19. Jahrhundert wurde das ursprüngliche Fachwerkhaus durch ein massives Gebäude ersetzt, das später, wie geschildert, noch ein Türmchen erhalten sollte.

Doch: es half ihnen nicht. 1952 schon wurde Mosigkau von Dessau geschluckt. Das Dorf mit einem Rokoko-Schoss in seiner Mitte wurde zum Vorort, die Verwaltung überflüssig und die alte Schäferei 1960 zur Kinderkrippe umgebaut.

Wenn Siegfried Büttner, als Vors. des Bürgervereins Mosigkau e.V., welches das Haus mit Leben füllt, gebeten wird, über das Schäferhaus zu reden, wiegelt er erst einmal ab: Er habe seine Unterlagen nicht dabei. Doch dann beginnt er trotzdem zu erzählen, und es zeigt sich: er braucht keine Akten.  Der Bürgerverein hat dafür gesorgt, aus der Schäferei das zu machen, was sie heute ist: ein Bürgerhaus und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Unzählige ehrenamtliche Stunden in mehreren Bauabschnitten über die Jahre hätten die Mosigkauer selbst beim Umbau geschuftet, rechnet Büttner vor.

Nun ist das denkmalgeschützte Gebäude und seine Nebengebäude und Außenanlagen saniert und als Bürgerhaus den Mosigkauern und deren Gäste für Feste, Vereinstreffen und Vorträge schrittweise übergeben worden. Ein Saal für 50 Personen findet sich im Erdgeschoss, eine Küche „über deren Ausstattung sich die Frauen noch nicht beklagt haben“ (Büttner); im Obergeschoss ist für mit dem Jugendklub in Treffpunkt für die junge Generation entstanden.

Gerade noch pünktlich zum alljährlichen „Schäferfest“ konnte das komplett sanierte Nebengebäude eingeweiht werden. Es dient künftig bei Veranstaltungen im Außenbereich zur Unterbringung der Versorgung und an den übrigen Tagen als geschützter Lagerraum für die Vereinsausstattung.

 

Hinweis: Foto: Stadtplanungsamt    und           LEADER-Management

 

Kooperationspartner:

Stadt Dessau-Roßlau

Projektzeitraum:
  • November 2013 bis November 2016
Adresse
    Ansprechpartner:
    Katrin Wendler und Siegfried Büttner

    Bürgerverein Mosigkau e.V. 
    Knobelsdorffallee 4
    06847 Dessau-Roßlau  

Kontakt
    Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Footerlogo ESIF